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Ist Tauchen gefährlich?

Warum diese Frage, nun vielleicht habt ihr die vielen Berichte über die Tauchunfälle in jüngerer Zeit gelesen.

Beantworten wir mal die Eingangsfrage, im Prinzip nein, aber!
Wie bei allen Sportarten, ist Tauchen mit einem gewissen Risiko verbunden und kann durch viele Faktoren zu einem lebensbedrohlichen Ereignis werden. Darüber sollte sich jeder der taucht im klaren sein.

Die Ursachen welche zu den Tauchunfällen führen sind mit Sicherheit nicht hundertprozentig zu ergründen. Wenn ich diese Berichte lese stellen sich mir meist immer tausenderlei Fragen, welche nicht beantwortet werden können. Auch glaube ich nicht, dass man wirklich alles entsprechend analysieren kann. Aber was tun um sein eigenes Risiko zu minimieren?

Diese Frage läst sich leider nicht sehr einfach beantworten. Es hängt an vielen Punkten:

  • Buddy
  • Ausrüstung
  • Tauchplatz
  • meine Erfahrung / Ausbildung
  • Fitness
  • Gesundheit
  • Gefühl

Betrachten wir mal die verschiedenen Punkte:

  1. Der Buddy.
    Wie gut kenne ich meinen Buddy? Wie taucht mein Buddy und welchen Erfahrungsstand hat dieser? Und ist er auch ein Mensch mit dem ich sonst zu tun habe, oder ist er mir fremd?
    Eins ist schon klar, wenn ich unterwasser ein Problem habe und ich auf Hilfe angewiesen bin, dann muss ich mich zu hundertprozent auf meinen Buddy verlassen können, das heißt ich lege unter Umständen mein Leben in die Hände meines Buddy.
    Kann ich meinen Buddy wirklich soweit vertrauen? Diese Frage muss ich mir mit einem hundertprozentigen JA, beantworten sonst sollte ich nicht mit ihm Tauchen! Zweifel sind hier nicht angebracht.
  2. Die Ausrüstung
    Das die Ausrüstung im einwandfreien Zustand sein muss, denke ich sollte jedem klar sein. Aber kann ich die wirklich in allen Lagen und Situationen bedienen? Auch ist ein wichtiger Punkt m.E. dass die Ausrüstung der Art von Tauchgang angepast ist. Was für mich heißt,wenn ich hier in Deutschland tauche, habe ich mindestens 2 getrennte Kaltwassertaugliche erste Stufen mit je einem Atemregler.
    Was auch zu beachten ist, ist die Tatsache, dass ich mit neuer Ausrüstung mich erst vertraut mache, bevor ich tauchen gehe. Unter Umständen sollte ich mit neuem Equipment erst üben.
  3. Der Tauchplatz
    Die Wahl des Tauchplatzes sollte meinen Erfahrungsstand widerspiegeln! Wenn ich noch nie an einer Steilwand / Dropoff tauchen war, dann sollte ich die ersten Tauchgänge an einer Steilwand unternehmen die mir einen Sicherheitspuffer bietet. Zum Beispiel endet die Steilwand nach xx Metern und bietet mir die Möglichkeit mich abzufangen und ein absacken wird verhindert.
    Um an einer Steilwand zu tauchen, muss die Tarierung und das mitgeführte Blei stimmen, alles andere muss vermieden werden.
  4. meine Erfahrung / Ausbildung
    Es ist wie mit dem Autofahren. Ich lerne erst das Autofahren mit dem Autofahren. Man sollte immer bedenken, dass man immer Anfänger ist, wenn man eine Art von Tauchgang das erste Mal unternimmt. Selbst mit 5000 Tauchgängen kann man noch Anfänger sein. Als Beispiel, wenn ich 500 Tauchgänge im warmen Meer des Roten Meeres absolviere bin ich dort mit Sicherheit ein Erfahrener Taucher. Wenn ich jetzt nun aber das erste Mal hier im Süßwasser tauche, bin ich Anfänger mit ein wenig Taucherfahrung. Anders herum dasselbe.
    Das gilt für alle Arten von Tauchgängen. Angenommen ich möchte morgen einen Tauchgang auf 40 Meter absolvieren und meine bisherigen Tauchgänge endeten alle auf 15 Meter, sollte ich mich nicht gleich auf 40 Meter versenken, dass wäre leichtsinn. Wenn ich dagegen anfange meine Tiefe schrittweise zu erhöhen, so erweitere ich mein Können und meine Erfahrung.
  5. Fitness
    Tauchen ist Sport. Um Sport betreiben zu können, benötige ich eine gewisse Fitness. Kein Atleht wird Sport ohne Training betreiben. Nun stellt sich die Frage wo ist der Sport beim Tauchen, nun das Transportieren der Sachen ist zwar anstrengend aber eigentlich kein Sport :-) Es ist vielmehr so, dass der Körper durch die trockene Atemluft,dem Druck , der Kälte und durch das Schwimmen belastet wird. Daher ist hierfür eine gewisse Fitness notwendig.
  6. Gesundheit
    Bei der Ausbildung wird in den meisten Fällen eine Tauchsportärztliche Untersuchung verlangt. Wo diese nicht verlangt wird, sollte man das Tauchen besser nicht lernen. Bei der Tauchsportärztlichen Untersuchung wird eine Untersuchung durch geführt die in diesem Moment gilt, diese kann nach kurzer Zeit schon nicht mehr gelten. Also muss ich als Taucher, auf meinen Gesundheitszustand achten und eventuell nach einer Krankheit die TTU erneuern.
    Mein Motto: Kein Tauchgang ist meine Gesundheit wert!
  7. Gefühl
    Wenn ich früh morgens aufstehe und es geht alles schief, dann bin ich entsprechend gelaunt. Würde ich mit so einer Laune zu tauchen gehen? Eher Nein! Habe ich am Tauchplatz ein schlechtes Gefühl und möchte gar nicht tauchen, wer weiß warum, dann sollte ich es in dem Fall auch bleiben lassen.
    Angenommen ich werde zu etwas gezwungen, dann macht mir das keinen Spaß und ich möchte eigentlich viel lieber was anderes machen, wie soll ich mich in der Verfassung auf den Tauchgang konzentrieren. Wenn dann noch eine Kleinigkeit dazu kommt, kann mir das alles zuviel werden.
    Das selbe gilt für den Gruppendruck, wenn alle auf 40 Meter Tiefe wollen nur ich nicht, dann sollte ich den Tauchgang sofort sein lassen!
  8. Hier geht es zu Tauchschule-Onlineborder=”0″/>

Zur Eingangsfrage zurück:

Die Statistik sagt zwar aus, das andere Sportarten weitaus gefährlicher sind. Aber denoch ist Tauchen nicht ungefährlich, wir befinden uns in einem Medium, in dem wir ohne technische Hilfsmittel nicht überleben können.

Mein Fazit ist, über das Risiko sollte man sich bewußt sein und dieses Bewußtsein auf seine Tauchgänge übertragen. Und sich seine Grenzen selbst stecken und eine Überschreitung nur langsam anzugehen.

Ein Motorradfahrer der meist mit 50km/h fährt und dann mit 250 Sachen über die Landstrasse donnert ist ein Kamikaze. Ebenso ist es wenn ich meist flach Tauche und mich dann auf 40+ versenke.

Hier fällt mir noch ein Spruch eines Bekannten ein:

“Schnell ist meist Schnell falsch”

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